Grace Madeline ist einer jener Weine, der den Geist der Cullen Wines besonders gut einfängt: unverwechselbar Margaret River, tief verbunden mit seinem Weinberg und mit einem Ansatz hergestellt, der Textur, Individualität und Zurückhaltung gegenüber einem einfachen Sortenausdruck schätzt.
Ursprünge
Der Wein ist nach Grace Madeline benannt, der Mutter der Cullen-Matriarchin Diana Madeline Cullen und Großmutter von Vanya Cullen. Geboren 1895 in London, lebte Grace später in Tasmanien und war bekannt als Suffragette und Naturfotografin. Der Name ist daher mehr als eine Hommage; er verbindet den Wein mit der Familiengeschichte und einem langjährigen Cullen-Glauben an Unabhängigkeit, Natur und das Verfolgen des eigenen Weges.
Der Wein selbst nimmt einen wichtigen Platz in der Geschichte von Margaret River ein. Cullen stellte seine Sauvignon Blanc- und Semillon-Mischung erstmals 1979 aus Trauben des eigenen Guts her und war damit eines der frühesten Beispiele dieses heute prägenden regionalen Stils. Der Wein wurde 2018 in Grace Madeline umbenannt und verlieh einer Mischung, die bereits Teil des Weinbauerbes von Cullen geworden war, eine Familienidentität.
Weinbereitung
Im Kern ist Grace Madeline ein Wein alter Reben und sorgfältiger, interventionsarmer Weinbereitung. Die Früchte stammen ausschließlich aus Cullens Wilyabrup-Weinberg, wo ab 1976 Sauvignon Blanc- und Semillon-Reben gepflanzt wurden. Die Reben stehen auf ihren eigenen Wurzeln und sind biodynamisch und CO2-neutral zertifiziert, wobei die geringen Erträge des Weinbergs dazu beitragen, Aroma und Charakter zu konzentrieren.

Die Weinbereitung ist bewusst individuell. Die Früchte können Hautkontakt erhalten, um phenologische Textur und Spannung aufzubauen, während die Gärung mit natürlichen Hefen in einer Kombination von Gefäßen, einschließlich Betoneiern und Fässern, stattfindet. Im Jahrgang 2024 bestand die Mischung zu 85 % aus Sauvignon Blanc und zu 15 % aus Semillon, wobei der Sauvignon Blanc etwa acht Monate in Barriques verbrachte, davon 63 % neu. Das Ergebnis ist kein einfacher, offen tropischer Sauvignon Blanc. Eichenholz, Gärung und Hautkontakt verleihen eine weitere Dimension und schaffen einen Wein, der breiter, vielschichtiger und erheblich alterungsfähiger ist.
Verkostung
Im Glas zeigt Grace Madeline einen hellen Stroh- bis tiefgoldenen Farbton, mit Aromen von tropischen Früchten, Pfirsich, Feige und Blüten, verwoben mit Zitrusfrüchten und subtilen mineralischen Noten. Am Gaumen entfaltet sich der Wein wirklich: eine helle Säure bildet das Rückgrat, während natürliches Fruchtgewicht, sanfter phenolischer Griff und fein integriertes Eichenholz eine beeindruckende Textur schaffen. Es gibt Frische, aber auch Großzügigkeit; Konzentration, aber ohne Schwere. Der Abgang ist lang und detailliert und hinterlässt anhaltende Zitrus-, Steinobst- und Mineralcharakteristika.
Auszeichnungen und Anerkennungen
Sein Ruf ist entsprechend gewachsen. Der 2024 Grace Madeline erhielt 95 Punkte vom Weinkritiker Ken Gargett, der seine Raffinesse, Komplexität und Länge lobte und ihn als hervorragendes Beispiel für diesen Stil beschrieb. Frühere Jahrgänge haben ebenfalls starke kritische Aufmerksamkeit erregt und seine Position als Cullens Prestige-Sauvignon Blanc Semillon und nicht nur als eine weitere Weißweinmischung im Sortiment gefestigt.
Was Grace Madeline besonders überzeugend macht, ist, dass sie sich sowohl traditionell als auch zukunftsweisend anfühlt. Die Rebsorten haben eine lange Geschichte in Margaret River, doch Cullen behandelt sie mit einer Freiheit, die etwas durch und durch Zeitgenössisches hervorbringt. Es ist ein Wein, der zeigt, wie Sauvignon Blanc und Semillon weit über knackige, jung zu trinkende Weißweine hinausgehen und zu ernsthaften, texturalen und lagerfähigen Weinen werden können.